Die Mutter fragte den zehnjährigen Paul, was er sich zu Weihnachten wünsche. Seine drei Geschwister hatten alle schon ihre Wünsche abgegeben. Darunter waren Teddybären, eine Eisenbahn, sogar ein Kinderluftgewehr und natürlich viele bunte Süßigkeiten, die der Weihnachtsmann bringen sollte. Nur Paul, das zweitälteste Geschwisterkind, hatte sich zurückgehalten und die Mutter fragte ihn sanft und zugleich ermunternd: „Nun Paul, was wünscht Du Dir zu Weihnachten?!“

Paul sah seine Mutter an und sagte schüchtern: „Mama, ich habe nur einen Wunsch und der ist Frieden. Ich möchte Weltfrieden. Ich möchte, dass wir in Frieden leben und alle Menschen in Ruhe und Frieden ihrem Leben nachgehen können.“

Die Mutter guckte verwundert auf, sagte nichts und dachte eine Weile lang nach. Schließlich sah sie Paul mit einem warmen Lächeln auf dem Gesicht an und sagte zu ihm: „Paul, Frieden ist nichts, was man einfach so schenken kann. Es ist nichts, was man einfach so besorgen oder gar im Laden kaufen kann.“

Paul schaute seine Mutter ein wenig enttäuscht und zugleich verständnisvoll an, denn er war ein schlauer Junge und dachte sich schon, dass die Erwachsenen und leider auch nicht der Weihnachtsmann so etwas zu schenken vermochten.

Dann sagte seine Mutter zu ihm: „Aber Paul, ich möchte Dir etwas erklären. Wir können Frieden nicht einfach so kaufen oder geschenkt bekommen. Das ist leider so. Allerdings gibt es ein Geheimnis, das nur die wenigsten Menschen auf der Erde kennen.

Sie rückte näher an Paul ran und flüsterte ihm ins Ohr: „Du selbst kannst Frieden herstellen. Ja, Du kannst es machen!“ Paul schaute seine Mutter verdutzt an.

Sie führte weiter fort: „Wenn Du Dir Frieden wünscht, sei Du selbst friedlich. Sei friedlich im Umgang mit anderen Menschen. Sei freundlich, aufmerksam und achtsam Deinen Mitmenschen gegenüber. Sei friedlich mit Deinen Geschwistern, sei friedlich zu den Tieren und zu Mutter Natur. Und das Wichtigste: Sei friedlich mit Dir selbst. Das heißt ganz einfach übersetzt: Paul, sei lieb zu Dir. Sage Dir immer: Ich mache das wunderbar, ich gebe mein Bestes.“

Paul staunte über die Worte seine Mutter, die ihr fließend über die Lippen kamen.

Er nickte, sann nach, gab seiner Mutter einen Kuss auf die Wange und sagte: „Ich bin also der Friede, der die Welt befriedet.“

Er strahlte, ging zurück in sein Zimmer und rief seiner Mutter noch zu: „Das Leben ist so einfach, Mama. Man muss es nur verstehen.“

Seine Mutter lächelte in sich rein und wusste, dass ihr Sohn vielleicht äußerlich zehn Jahre alt war, aber seine Seele schon sehr oft auf der Erde gewesen sein musste, um solche Weisheit in sich tragen zu können.