Jedes Mal, wenn Du jemanden ver-ur-teilst, heißt das im Grunde, dass Du einen „Teil“ von Dir abgespalten hast und ihn an einer Person wieder findest. 

Du hasst es, dass Dein Chef so faul ist. Du lehnst es ab, dass Dein Partner immer so unzuverlässig ist. Du magst generell Menschen nicht, die egoistisch sind. Du magst den respektlosen Nachbarn nicht … (Setze ein, was Dich gerade stört …)

Das sind alles Ur-Teile. 

Du siehst immer nur Dich selbst. Du kannst nur das sehen an einem anderen Menschen, was in Dir selbst auch ist. Wieso das so ist? Sonst könntest Du es nicht sehen. 

Und gerade diese Dinge beziehungsweise Teile, über die Du Dich aufregst, sind diejenigen, die Du Dir selbst nicht zugestehst, nicht sehen willst. 

Es geht immer darum, die Ur-Teile zu sich zurück zu nehmen – anzunehmen. Es geht um Integration und Integration bedeutet Heilung. Damit schaffst Du Ganzheit, etwas das Deine Seele immer anstrebt. 

Du hast alles in Dir, die vermeintlichen positiven Aspekte und die vermeintlich negativen Aspekte. Vermeintlich deshalb, weil es nur unsere menschlich gemachten Urteile sind, die besagen, was positiv und was schlecht ist. 

Wenn Du also einen Chef hast, den Du als faul bezeichnest und dies Dich emotional aufwühlt, liegt hier ein Urteil vor. Das heißt nicht, dass Du es toll finden musst, dass der Chef faul ist. Es geht auch nicht um Schuldzuweisung (was eh ein nicht dienliches, erfundenes Konzept ist) oder Ähnliches. Es geht einzig darum, Dich wieder ein Stück weit mehr selbst kennenzulernen und Heilung passieren zu lassen. 

Das, was Du an Deinem Chef verurteilst – das Faulsein – ist etwas, was Du Dir vermutlich selbst nicht zugestehst, ablehnst beziehungsweise einfach anders beigebracht bekommen hast. Du hast den Teil „Faulsein“ von Dir abgespalten.

Du willst fleißig sein (eben gut sein) und verurTeilst das Faulsein sehr. Da Deine Seele immer nach Ganzheit strebt und ins Gleichgewicht kommen will, kommt ein anderer Mensch daher – in dem Fall Dein Chef – der Dir den abgespaltenen Anteil spiegelt. Du regst Dich auf, meckerst über ihn, wechselst vielleicht sogar den Job und zack – merkst Du, dass Du wieder in einer ähnlichen Situation steckst. Dieses Mal ist es Deine neue Kollegin, die so faul ist, dass Du ausflippen könntest …

Statt im Außen etwas zu ändern, kannst Du nach Innen gehen und das Urteil „Mein Chef ist faul.“ identifizieren. Oder anders gesagt, kannst Du Dich fragen: „Was regt mich so sehr an meinem Gegenüber auf?“

Und dann wisse, dass in dem Beispiel die gespiegelte Faulheit auch in Dir ist. Du hast sie vermutlich aufgrund von Erziehung, Deinem Idealanspruch an Dich selbst nie zugelassen. Es gibt diesen Teil „Faulheit“ auch in Dir. Er möchte nur gesehen, angenommen und damit ins Gleichgewicht gebracht werden. 

Wenn Du Dir zugestehst „Ich darf auch faul sein.“ und auch dem Chef „Er darf faul sein.“ (Denn er ist es ja Deiner Meinung nach.) passiert automatisch Integration. Der zuvor abgespaltene Anteil „Faulsein“ wird von Dir bewusst gemacht und damit ins Gleichgewicht gebracht. Die Emotion des Widerstandes, die an dem verurteilenden Gedanken „Mein Chef sollte nicht faul sein.“ hängt, kommt ins Fließen. Der Widerstand wandelt sich in Annahme. Solange dieser Widerstand nicht umgewandelt ist, eben durch Annahme, wirst Du immer das Gefühl haben kämpfen zu müssen und Dir ähnliche Situationen wieder anziehen, die Dir das ungeliebte Gefühl, welches an dem Gedanken „Er / Sie / Ich sollte nicht faul sein.“ spiegeln. Erinnere Dich daran, es geht immer um Ganzheit. 

Das heißt nicht, dass Du es gut finden musst, dass Dein Chef faul ist. Es geht hier allein um Erkenntnis und Heilung Deiner Selbst. Du fühlst Dich entspannter (höre, spüre in Dich rein bei dem Satz „Er darf faul sein.“ und „Ich darf faul sein“.). Vielleicht macht es Dir nichts mehr aus, dass Dein Chef faul ist, einfach weil Du es angenommen hast. Du gestehst ihm seine Faulheit zu. Du wirst auch in anderen Situationen merken, dass Du selbst entspannter, ja Du selbst auch mal faul sein darfst. Denn darum geht es: Dein teils übertriebener Ehrgeiz, das permanente Fleißigsein kommt ins Gleichgewicht.

Sehr wahrscheinlich ändern sich auch die äußeren Umstände, wenn Du Deinen inneren Wandlungsprozess durch Annahme des Urteils durchlaufen hast. Es kann sein, dass der Chef auf einmal wechselt oder Du einen neuen Job findest und Dir das übertriebene Faulsein durch eine Person nicht mehr gespiegelt wird. Wieso? Weil Dein inneres Muster sich verändert hat. Du trittst nicht mehr in Resonanz mit dem zuvor abgespaltenen Anteil „Faulsein“. Du musst Dir zukünftig die Situationen nicht mehr im Außen erschaffen. Du bist im Gleichgewicht mit dem Anteil „Faulsein“. 

So läuft es mit allen Themen in Deinem Leben. 

Was Dich am anderen stört, das zu Dir gehört. So lautet ein altes Sprichwort und es ist wahr. 

Jeder Mensch, jede unliebsame Situation, die Du ablehnst, Dich unbehaglich fühlen lässt, ist letztlich ein Geschenk Dich selbst besser kennenzulernen, die abgespaltenen Anteile wieder anzunehmen und somit Stück für Stück in die Ganzheit zu kommen. Dein Leben wird immer leichter und Du bist im Gleichgewicht.

Im Berufs– oder Bewerbungscoaching (per Skype oder in Berlin) unterstütze ich Dich gezielt und bestärkend in Deiner individuellen Situation.