Wenn Du diesen Text liest, bist Du vermutlich gerade in einem Tief oder Du kennst jemanden, der in einem Tief ist und fragst Dich: Wie kommt man aus einem Tief wieder raus?

Zunächst einmal möchte ich Dir mitteilen, dass ich niemanden kenne, der nicht auch mal ein Tief in seinem Leben erlebt hat. Dies sage ich gleich zu Beginn, denn wenn wir uns down und isoliert fühlen, denken wir oft, dass es nur uns selbst so geht. Ich kann Dir versichern, dass Du nicht alleine bist. Anderen geht es ähnlich oder gar genauso wie Dir von Zeit zu Zeit. Sei es bedingt durch berufliche Themen wie Stress, Ärger mit Kollegen oder Vorgesetzten, Unzufriedenheit im Job, wiederholte Absagen bei Bewerbungen oder private Themen. Manchmal ist es auch ein Mix und mehrere Themen kommen zusammen. Fakt ist, ein jeder Mensch kennt es in einem Tief zu sein und keiner von uns mag es wirklich.

Heute möchte Dir ein paar Gedanken und Tipps mitgeben, wie Du anders auf ein Tief schauen kannst und wieder aus einem herauskommst.

Jeder Mensch sieht die Dinge anders

Zunächst einmal lässt sich feststellen, dass ein Tief etwas Subjektives ist. An sich sind die Umstände wie sie sind. Durch unsere Gedanken und die dazugehörigen Emotionen bewerten wir diese und fühlen uns dementsprechend gut oder schlecht. Das heißt, dass Du zwei Leute nehmen kannst und beiden passiert das Gleiche. Nehmen wir an, sie verlieren ihren Job. Der eine ist darüber niedergeschlagen und grämt sich monatelang mit dem Jobverlust. Der andere nimmt den Jobverlust schnell an, denkt sich „Na, dann kommt eben was Besseres.“ und geht weiter in seinem Leben.

Jeder Mensch geht also mit gegebenen Umständen anders um. Wieso das so ist? Weil jeder durch seine individuelle Brille auf die Welt schaut und sie danach beurteilt. Diese individuelle Brille setzt sich zusammen aus Gedanken (Glaubenssätzen), die er durch seine Prägung und gemachten Erfahrungen zu sich selbst und bestimmten Themen im Leben hat. Mit diesen Gedanken geht er durch die Welt und beurteilt demnach Situationen. Es ist gut zu wissen, dass an jedem Gedanken ein Gefühl dranhängt. Vereinfacht gesagt, kannst Du eine Situationen für gut oder schlecht beurteilen und Dich dementsprechend gut oder schlecht fühlen.

Jeder Mensch geht mit bestimmten Umständen anders um. Jeder sieht die Welt anders.

Diese Erkenntnis hilft uns zum einen zu verstehen, dass die Dinge bzw. Umstände gleich sein mögen, ein jeder von uns aber anders darüber denkt und fühlt. Zum anderen erweitert sie unser Bewusstsein, denn wir können demzufolge auch anders denken (und fühlen) über Umstände, die bei uns ein Tief verursachen.

Wir haben die Wahl unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und damit die Dinge zu ändern

Kaum jemand denkt darüber nach, dass wenn er ein Tief hat oder mit einem Problem konfrontiert ist, er auch eine andere Perspektive dazu einnehmen könnte. Das hat man uns in der Schule nicht beigebracht. Wir denken „So denke ich, also ist es so.“ und fühlen uns entsprechend schlecht oder niedergeschlagen. Wir kommen gar nicht auf die Idee, dass wir auch eine andere Perspektive einnehmen könnten.

Es gibt immer mehrere Möglichkeiten die Dinge zu betrachten. Du kennst das, wenn Du mit einem anderen Menschen über Dein Thema sprichst und auf einmal einen Impuls von ihm erhältst. Du bekommst einen neuen Gedanken zu Deinem Thema und auf einmal siehst Du die Dinge selbst anders. Du fühlst Dich dementsprechend auch anders. „Ah, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, dass die Dinge auch so betrachtet werden können. Oh ja, das fühlt sich stimmig an. Jetzt fühle ich mich wieder gut und weit.“

Was passiert ist, dass Du durch die Perspektivänderung Deine Schwingung verschoben hast. Dadurch erschaffst Du Dir zugleich auch eine andere Realität, da alles aus Schwingung besteht. Du denkst also neu, fühlst neu (neue Schwingung) und auf einmal kommen positive Dinge in Gang. Dies geschieht durch das Gesetz der Anziehung, das besagt, dass wir das in unser Leben ziehen, was wir denken und – vor allem – fühlen. Dabei gilt: Gleiches zieht Gleiches an. Das Grundgefühl, das wir ausstrahlen ist hierbei das Wichtigste. Das Leben antwortet stets auf Dein ausgestrahltes Gefühl. Schwingst Du positiv bzw. in Freude, ziehst Du entsprechend positive, freudige Dinge in Dein Leben.

Du kannst stets auch selbst Deine Perspektive ändern zu einem Thema oder einer Situation, die Dich gerade belastet und in ein Tief tauchen lässt. Ich selbst frage mich dann „Okay, wie könnte ich die Situation noch betrachten? Was lässt sich Positives an der Situation finden?“.

Sei versichert, dass es immer eine andere Perspektive und etwas Positives an der Situation zu finden gibt. Auch wenn in dem Moment, in dem wir in einem Tief stecken, sich vieles schwer und sinnlos anfühlt, gibt es immer einen Sinn darin zu finden.

Jedes Tief ist ein Entwicklungsbeschleuniger

Da wir uns im Leben stets entwickeln wollen, kann jede Situation eine hervorragende Entwicklungsmöglichkeit bieten. Du kannst wachsen und immer stärker werden. Du kannst Dich selbst besser kennenlernen und damit Stück für Stück bewusster werden. Du kannst Ängste überwinden und dadurch immer freier werden.

Zudem ist es gut, sich daran zu erinnern, dass das Leben nie gleich ist. Es verläuft in Wellen. Die Frage ist, wie Du damit umgehst. Nach einem Tief kommt stets auch wieder ein Hoch. Nichts bleibt gleich. Vielleicht hilft es Dir auch die Dinge gelassener zu sehen und immer mehr damit zu spielen, wie Du die Dinge sehen willst und Dir damit Deine eigene Realität zusammenbaust.

Zu guter Letzt noch ein paar praktische Tipps, um aus einem Tief wieder herauszukommen

Es ist immer hilfreich, zunächst einmal die Situation anzunehmen, wie sie ist und damit auch die negativen Gefühle, die man dazu hat. Ich gebe meinen Klienten gerne den Satz mit „Es darf sein…“. „Es darf sein, dass ich mich gerade unglaublich wütend, traurig und verzweifelt fühle.“ Durch dieses „Es darf sein.“ verneinen wir unsere negativen Gefühle nicht. Wir lassen sie da sein. Dadurch werden Gefühle nicht unterdrückt, sie können abfließen und stauen sich nicht in unserem System an. Wenn Du mehr zu diesem Zulassen, „Es darf sein“ erfahren möchtest, lade ich Dich ein „Gib auf!“ auf der Website zu lesen. Zunächst also darf die Situation und Dein Gefühlszustand so sein, wie er ist. Oftmals ergibt sich dadurch von alleine eine Änderung, denn ein negatives Gefühl kann sich nicht dauerhaft halten.

Als weiteren Tipp möchte ich Dir das Werkzeug „Dankbarkeit“ mitgeben. Vielleicht hast Du davon schon gehört. Egal, wie schlimm gerade die Umstände erscheinen mögen, es gibt immer etwas, wofür man dankbar sein kann. Oft sind es die ganz kleinen Dinge, die wir übersehen. Es kann sein, dass Du ein Dach über den Kopf hast, dass Du in die Natur gehen kannst, dass Du einen lieben Menschen oder ein Haustier an Deiner Seite hast … Sich zu vergegenwärtigen, wofür Du dankbar sein kannst und Dich darauf zu konzentrieren, hilft aus dem Tief rauszukommen. Das, wofür Du dankbar bist, nimmt automatisch zu. Das ist ebenso ein Lebensgesetz, das besagt, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, das wächst in unserem Leben.

Abschließend möchte ich Dich einladen, dass Du Dich, wenn Du in einem Tief bist, fragst „Was bereitet mir gerade Freude?“. Diese Frage lenkt den Fokus weg von der Misere hin zur Freude. Wie bei der Dankbarkeit gilt auch hier, es sind meist die kleinen Dinge, die nun gefragt sind. Das kann das Trinken eines guten Kaffees sein, das Beobachten von spielenden Kindern, das Geniessen der Ruhe auf der Couch, ein gemütlicher Spaziergang … Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.

Fazit

Wenn Du in einem Tief bist, sei freundlich zu Dir selbst und gehe gut mit Dir um. Wisse, dass ein Tief auch immer ein Entwicklungskatalysator ist – wir tauchen eben tief ab. Wir lernen uns selbst besser kennen, erweitern unser Bewusstsein und verändern damit unser Leben. Du kannst stets mehrere Perspektiven zu Deinem Thema einnehmen. Je nachdem, welche Dir am meisten dient, nimm diese an und schaue, wie Du Dich besser fühlst. Dadurch kommen wieder positive Dinge in Gang.

Nimm die unangenehmen Gefühle, die mit einem Tief einhergehen, an. Was wir annehmen, kann sich ändern. Wenn Du den Blick auf das richtest, wofür Du dankbar bist in Deinem Leben, wird das wachsen, wofür Du dankbar bist. Deine Schwingung wird wieder hochgehen und demzufolge mehr positive Ereignisse in Dein Leben ziehen. Setze den Fokus auf das, was Dir Freude bereitet und gehe dem nach. Dies wird ebenso Deine Schwingung anheben und Dein Leben positiv verändern. Alles ist stets eine (Neu-)Einstellung im Innern entfernt.