Wenn Du Dich beruflich neu orientieren willst, werden Dich sicherlich neben Fragen wie „Was kann ich gut?“ und „Was will ich eigentlich?“ auch verschiedenste Ängste umtreiben.
Ich möchte Dir heute etwas vereinfacht aufzeigen und Dich dabei unterstützen, Deine Ängste abzulegen.

Warum Angst berufliche Entscheidungen blockiert

Oft bewegen wir uns innerlich zwischen zwei grundlegenden Kräften: Angst und Vertrauen (oder Liebe). Vertrauen, Offenheit und Verbundenheit helfen uns, weiterzugehen und neue Schritte zu wagen. 
 
Angst ist oft der Teil in uns, der uns zurückhält oder schützen möchte. Es ist der Teil von uns, der uns hemmt, blockiert und uns davon abhält, unsere Träume und Wünsche zu verwirklichen. Wichtig ist, dass die Angst nichts Schlechtes ist, sondern ihre Gültigkeit hat. Angst ist oft der Teil in uns, der sich schützen möchte und noch keinen sicheren Weg sieht.
 
Angst kann sehr kraftvoll sein – besonders dann, wenn wir sie unbewusst wirken lassen. Oft zeigen sich Ängste durch Druck, Stress oder innere Enge.
 
Wenn Du Dich also beruflich neu orientieren möchtest, dann schaue Dir Deine Ängste an, denn genau das hält Dich oft davon ab, berufliche Erfüllung zu finden.

Schreibe Deine Ängste auf

Dazu schreibe Dir am besten auf, was Dich derzeit gedanklich umtreibt, wenn Du an Deine berufliche Neuorientierung denkst.
 
Erfahrungsgemäß werden das Gedanken sein wie:
„Ich weiß nicht, was und wie ich es beruflich machen soll. Ich habe Angst, dass es nicht klappt. Ich habe Angst, nie meine berufliche Erfüllung zu finden. Ich habe Angst, nie anzukommen. Ich habe Angst, dass ich nicht gefragt bin. Ich habe Angst zu versagen. Ich habe Angst, nicht gut genug zu sein.“
 
Gerade Letzteres ist die Grundangst schlechthin unter uns Menschen: nicht gut genug zu sein oder die besten Dinge im Leben nicht zu verdienen.

Angst löst sich auf, indem Du sie annimmst und fühlst

Wenn Du Dir die Stressgedanken, die ganzen Sorgen, aufschreibst, hast Du schon mal Deinen Kopf entlastet. Dies ist der erste Schritt, Deine Ängste überhaupt erst einmal sichtbar zu machen und sie bewusst anzuschauen.
 
Jetzt kommt ein Perspektivwechsel, der sich vielleicht zunächst ungewohnt anfühlt, aber vielen Menschen hilft, innerlich Druck loszulassen. Ich bitte Dich, Deine Stress- und Angstgedanken bezüglich Deiner beruflichen Neuorientierung umzuschreiben.
 
Schreibe die Gedanken in Darf-Gedanken wie folgt um:
„Ich darf nicht wissen, was und wie ich es beruflich machen soll. Es darf nicht klappen. Ich darf nie meine berufliche Erfüllung finden. Ich darf nie ankommen. Ich darf nicht gefragt sein. Ich darf versagen. Ich darf nicht genug sein.“
 
Was passiert, wenn Du Deine Stress- und Angstgedanken umschreibst, ist Folgendes: Mit dem Einsetzen des Wortes „Dürfen“ nimmst Du die negativen Gedanken an und damit auch die Emotionen, die an den Stressgedanken hängen. Das heißt, Du willst die Angst, es nicht zu schaffen oder nicht gut genug zu sein, nicht mehr weghaben, sondern lässt sie einfach da sein. Spüre, ob durch die neuen Sätze etwas mehr Ruhe oder Entspannung entsteht.
 
Durch das „Dürfen“ – alles darf da sein – nimmst Du den Druck vom Kessel und drückst die Angst nicht länger weg. Dann verändert sich die Qualität Deiner Emotionen: Du fühlst Dich leichter, klarer und kannst Entscheidungen besser treffen. Oft verändert sich dadurch die innere Haltung – und Entscheidungen fallen leichter. Wenn Du vorher Angst hattest, es nicht zu schaffen, und Dir sagst „Ich darf es auch nicht schaffen!“, entsteht häufig automatisch das Gefühl: „Ich schaffe es!“

Fazit

Das Wichtigste ist also, dass Du Deine Ängste bei einer beruflichen Neuorientierung identifizierst. Schreibe die negativen und sorgenvollen Gedanken auf. Dann nimmst Du die Angst an, indem Du sie da sein lässt und bewusst fühlst. Auf diese Weise wandelt sich die Belastung in Klarheit und Leichtigkeit. Du darfst darauf vertrauen, dass Dein Weg möglich ist.
 
Es geht darum, durch unsere Ängste hindurchzugehen und dadurch freier durchs berufliche und private Leben zu werden.
 
Eine berufliche Neuorientierung ohne Ängste bedeutet, Freiheit zu gewinnen, die freudige Neugierde auf das, was kommt, zu spüren und mehr Vertrauen in Dich selbst und Deinen Weg.