Wie Du durch Annehmen Leichtigkeit und Energie zurückgewinnst

Viele von uns kennen das Gefühl: Das Leben fühlt sich schwer an. Wir kämpfen gegen Umstände, Gedanken oder Gefühle und je mehr wir kämpfen, desto enger wird es.

Ich habe durch eigene Erfahrungen und die Begleitung vieler Menschen gelernt: Unser Leiden entsteht selten durch die Situation selbst, sondern durch unseren Widerstand dagegen.

Gedanken wie „Es sollte anders sein“ oder „Das will ich nicht so“ halten uns fest und rauben Energie.
Sobald wir jedoch sagen „Es darf sein“ oder „Es ist, wie es ist“, löst sich der Kampf auf. Plötzlich fließt alles wieder. Wir landen im Jetzt – dem einzigen Ort, an dem Leben wirklich stattfindet – und können genießen, ohne Bewertung.

„What you resist, persists“ – wogegen Du Dich wehrst, das bleibt bestehen.

Annehmen heißt nicht resignieren oder aufgeben. Es heißt: Ja sagen zu dem, was gerade ist. In diesem Ja entsteht Raum. Neue Perspektiven öffnen sich – oft ganz von allein.

Warum Widerstand uns blockiert – und Annehmen befreit

Unser Gehirn ist darauf programmiert, Probleme zu lösen – das hat uns als Spezies überleben lassen. Im modernen Alltag wird dieser Mechanismus oft zur Falle: Wir analysieren, planen, kontrollieren – und vergessen, dass nicht jedes „Problem“ ein Feind ist.

Widerstand hält uns in der Vergangenheit („Früher war alles besser“) oder in der Zukunft („Wenn das passiert, dann bin ich glücklich“). Das Jetzt – der Moment, in dem wir atmen, fühlen, leben – geht verloren.

Annehmen ist der Gegenpol: Es erlaubt uns, die Energie, die wir im Kampf verschwenden, freizusetzen. Lösungen werden sichtbar, Kreativität kehrt zurück und oft verändert sich die Situation von selbst.

Die Dualität überwinden – auf dem Weg zur Ganzheit

Viel von unserem inneren Kampf entsteht durch die Dualität, in der wir leben: Gut/schlecht, glücklich/unglücklich, richtig/falsch. Wir pendeln ständig zwischen diesen Polen.

Annehmen hilft, die Dualität zu durchbrechen: Beide Seiten integrieren – das „Gute“ und das „Schlechte“. Nicht mehr getrieben von Gegensätzen, sondern ruhend in der Mitte. Balance entsteht, ähnlich wie bei Yin und Yang.

Liebe und Angst – die zwei Kräfte

Es gibt nur zwei grundlegende Kräfte in uns: Angst und Liebe. Angst ist die Wurzel des Widerstands – „Das darf nicht sein“. Liebe ist die Kraft des Annehmens – „Alles darf sein“.

Angst basiert auf Gedanken über Vergangenheit oder Zukunft. Wenn wir sie annehmen („Ich darf Angst haben“), löst sie sich auf. Was bleibt, ist Liebe: Offenheit, Vertrauen, Freiheit.

Die „Gib auf!“ Methode – Annehmen praktisch anwenden

Eine einfache Übung, die Du jederzeit nutzen kannst: Schreib alles auf, was Dich belastet – ehrlich und ungefiltert. Formuliere es sanft um, zum Beispiel mit „Ich darf …“ oder „Es darf …“. Atme dann tief und spüre, was passiert. Meist löst sich die Enge nach wenigen Minuten.Tipp: Fang klein an – schon ein Gedanke kann die Stimmung verändern.

Häufige Hindernisse – und wie Du sie überwindest

„Was, wenn es nicht klappt?“ – diese Frage ist ganz normal. Unser Verstand protestiert, weil er Kontrolle behalten will. Gerade das, was wir als „das Schlimmste“ empfinden, löst sich oft am schnellsten, wenn wir es annehmen, statt dagegen anzukämpfen.

„Annehmen ist Passivität“ – auch das ist ein häufiger Gedanke. In Wahrheit ist es genau umgekehrt: Klarheit, Präsenz und Kraft für echte Handlungen entstehen aus Flow, nicht aus innerem Zwang oder Widerstand.

Beispiele aus dem Alltag

Stress & Überforderung:
Statt „Das darf nicht sein“ sagen wir innerlich: „Es darf gerade stressig sein.“ Pausen, Prioritäten oder Delegation werden plötzlich sichtbar.

Beziehungen:
Statt „Er oder sie sollte anders sein“ darf es heißen: „Es darf so sein, wie es ist.“ Oft entspannt sich die Dynamik ganz von selbst.

Selbstzweifel / Perfektionismus:
Den Gedanken „Ich bin nicht genug“ bewusst zu fühlen, bringt häufig Erleichterung. Energie wird frei für das, was wirklich wichtig ist.

Beruflicher Alltag:
Läuft ein Projekt nicht wie geplant, kann der Satz „Es darf gerade herausfordernd sein“ neue kreative Wege öffnen.

Körperliche Empfindungen:
Bei Schmerz oder Unwohlsein hilft oft der innere Satz: „Es darf jetzt weh tun.“ Anspannung löst sich leichter, wenn wir nicht dagegen ankämpfen.

Mini-Story:
Eine Klientin fühlte jeden Morgen Panik beim Blick auf ihre To-Do-Liste. Als sie lernte, sich zu sagen: „Es darf chaotisch sein“, konnte sie klarer priorisieren – und startete mit mehr Ruhe in den Tag.

Kleine Übungen für den Einstieg

5-Minuten-Übung
Schreib einen belastenden Gedanken auf, wandle ihn in „Es darf …“ um, lies ihn leise vor und atme dabei tief.

Atemübung
Atme 4 Sekunden ein, halte den Atem 4 Sekunden, atme 4 Sekunden aus. Wiederhole innerlich: „Es darf sein, wie es ist.“

Leichtigkeit im Jetzt – Dein natürlicher Zustand

Annehmen bringt uns zurück ins Jetzt – frei von Vergangenheit und Zukunft. Kleine Freuden werden wieder spürbar: der Duft von Kaffee, das Lachen eines Kindes, der Wind auf der Haut.

Leichtigkeit ist kein Ziel, das wir erreichen müssen. Sie entsteht, wenn wir aufhören zu kämpfen und beginnen, das anzunehmen, was ist.

Probiere es aus. Du weißt am besten, was Dir guttut.

Alles Liebe
Christine